16. RAP – Abstracts

Wa(h)re Psychotherapie?!

Die Ware Psychotherapie und die Wahrheit des Patienten.

www.raptage.de

Donnerstag 21.10.2010 Freitag 22.10.2010 Samstag 23.10.2010
09:30-11:00 hVorträge Dr. Jürgen Junglas, St. Augustin:
Irre! Behandeln wir die Falschen? Prof. Dr. Gottfried Fischer, Köln: Traumatherapie heuteDr. Renate Beckmann, Köln:
ADHS im Erwachsenenalter
Reiner Schwarz, Köln:
Heilen oder Trösten? Prof. Dr. Jörg Fengler, Köln:
Muss es immer Psychotherapie sein? Annelie Dott, Köln:
Generationstypische Wahrheit(en)
Uschi Gersch, Köln:
Die Zukunft der Psychotherapie  Dr. Bertram von der Stein, Köln:
Heuchelei in der Psychotherapie. Gudrun Hoika-Messing-Flöter, Köln:
Selektive Authentizität – Authentizität als Ware

pause mit kaffee

11:30-13:00 h Parallel-Workshops W1: Prof. Dr. Reinhard Maß, Renate Bauer, Gummersbach: Sexualtherapie 1  W2: Martin Petelkau, Lingen: Naikan und Jin Shin Jyutsu in Psychotherapie W3: Ralf Cramer, Bonn:
Effiziente Supervision (<8 TN)
W8: Barbara Groth, Kleve:
Pferde in der PsychotherapieW9: Reiner Schwarz, Köln:
Wahrheiten für NarzisstenW10: Annelie Dott, Köln:
Trauma-Analyse für Kriegsenkel
W11: Irene Vigener, Köln:
Bildhauerkurs (<7 TN)
W15: Dr. Bertram von der Stein, Köln:
Grenzen der Symbolisierung  W16: Gudrun Hoika-Messing-Flöter, Köln:
Selektive Authentizität – Authentizität als WareW17: Jürgen Vogt, Köln:
Zur Sozialanalyse

pause mit imbiss

14:00-15:30 hVorträge Peter Giesers, Köln: Der heimliche Dritte im Bunde – Die Macht des Geldes Klaus Niel, Köln:
Was gibst Du mir, wenn ich Dir helfe? Anne M. Lang, Bonn: Kranken-Behandlung oder hypno-systemische Arbeit?
PD Dr. Michael Kusch, Bochum:
LARES und psychosoziale BehandlungspfadeAlexandra Miethner, Bonn:
PGV – Vernetzung als ChanceFrauke Nees, Petra Daiber, Karlsruhe: Kreativitätstraining
Micha Hilgers, Aachen:
Arme und Reiche in der Psychotherapie Dr. Rolf Tüschen, Bonn: Ambulante Psychotherapie – keine Ware für Ältere?

pause mit kaffee

 16:00-17:30 hParallel-Workshops W4: Klaus Niel, Köln:
Was gibst Du mir, wenn ich Dir helfe?  W5: Prof. Dr. Reinhard Maß, Renate Bauer, Gummersbach: Sexualtherapie 2  W6: Anne M. Lang, Bonn: Kranken-Behandlung oder hypno-systemische Arbeit? W7: Xenia Scherz, Bad Honnef:
Wandern zum Drachenfels
W12: Frauke Nees, Petra Daiber, Karlsruhe: KreativitätstrainingW13: Sabine Kühlich, Köln:
Gesangs-Workshop W14: Gerhild von Müller, Köln:
Heilung vs. Geld -fishbowl-
W18: Dr. Karin Junglas, Bonn:
Ältere Menschen in der Psychotherapie W19: Wolfgang Erhardt, Hennef:
Essentielle Psychotherapie W20: Dr. Dr. Bernhard Wegener, Berlin:
Nutzt den Patienten der Schulenstreit?
-fishbowl-

pause

18:00 – 19:30 h

-Änderungen vorbehalten-

04.09.2010

Gesellige Zusammenkunft Auerbach-Keller;

Mitgliederversammlung gap-ev.

Büchertisch: Bücherstube St. Augustin; www.buecherstaugustin.de
Preise: beinhalten Verpflegung (Kaffee etc., Mittagsimbiss), Tagungsband, Bescheinigungen etc.
Punkte 3 x 8 Punkte Kategorie Vorträge mit Diskussion = 24 Punkte (Ärztekammer Nordrhein)

 Dr.med. Renate Beckmann, Ärztin für Verhaltenstherapie, Am Weidenpesch 7, 50858 Köln, www.vt-praxis-drbeckmann.de; niedergelassene ärztliche Verhaltenstherapeutin – seit 1998 Aufbau des Praxisschwerpunktes ADHS im Erwachsenenalter – Durchführung von Diagnostik und Verhaltenstherapie im Einzel- und bis Ende 09 auch im Gruppensetting. 2003 Gründung eines QZ „ADHS im Erwachsenenalter, fachübergreifend“. Mitglied der Lenkungsgruppe des ADHS-Netz Köln und damit auch Mitglied des ZAN, zentrales ADHS-Netz. Persönliche Homepage www.adhs-diagnose.de

ADHS im Erwachsenenalter

Die Referentin wird versuchen, einige der vom Veranstalter aufgeworfenen Fragen am Beispiel der ADHS im Erwachsenenalter in der niedergelassenen verhaltenstherapeutischen Praxis zu beantworten. Dabei geht sie von ihrer 12-jährigen Erfahrung mit diesem Störungsbild aus. Die Themen: „Leitlinien …“, „Kollateralschäden…“, „Kostenträger…“, Medikamente…“sowie „unsere Grenzen und Möglichkeiten…“ sollen besonders beleuchtet werden. Der Vortrag setzt eine Grundkenntnis des Störungsbildes ADHS voraus.

Ralf Cramer, Diplom-Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut, Verhaltenstherapie; LVR-Klinik, Kaiser-Karl-Ring 20, 53111 Bonn; Leiter der therapeutischen Dienste. Angestellter Psychologischer Psychotherapeut und Supervisor in der LVR-Klinik Bonn. Nebenberuflich arbeitet er als Dozent und Supervisor in unterschiedlichen Ausbildungsinstituten und ambulanten Einrichtungen. Ralf.Cramer@lvr.de;

Effiziente Supervision

Der Workshop „Effiziente Supervision“ orientiert sich an einem Strukturmodell der Supervision, das sich an psychologischen und verhaltenstheoretischen Problemlösemodellen orientiert.

In einer Orientierungsphase erfolgt durch ein schrittweises Vorgehen die Bestimmung von Problem-, Ziel- und Mittelanalyse. Nach der Zielbestimmung und Auftragserteilung in der Orientierungsphase beginnt dann die eigentliche Bearbeitungsphase anhand der zuvor bestimmten Methoden. Hierbei kann die Multimodalität der Verhaltenstherapie zum Tragen kommen

Das Konzept eignet sich für Einzel- und Gruppensupervisionen sowohl im klinisch psychologischen Kontext als auch für den nicht primär psychologischen Kontext, z. B. Team- und Einzelsupervision im wirtschaftlichen Bereichen.

Ziel des Workshops ist es, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen praxisorientierten Leitfaden für Supervisionen anhand konkreter Anliegen zu vermitteln. Hierzu ist es erforderlich, dass sich zumindest zwei konkrete Anliegen unter den Teilnehmern finden, die in der Gruppe bearbeitet werden können.

Literatur: Bettina Lohmann (2004) Effiziente Supervision. Praxisorientierte Leitfaden für Einzel- und Gruppensuperision. Schneider Verlag Hohengehren, Baltmannsweiler 2004  ISBN 3-89676-877-8

Annelie Dott, Diplom-Psychologin, Diplom-Sportlehrerin, Psychologische Psychotherapeutin, Marsdorfer Str. 29, 50858 Köln;

Generationstypische Wahrheit(en), Kriegskindergeneration versus Kriegsenkelgeneration. Warum Eltern und Kinder sich nicht verstehen
Kriegskinder mussten schlimme Erfahrungen oder wenigstens die begleitenden Emotionen abspalten und verleugnen. Kriegsenkel wurden unbewusst beauftragt, sollten ihre Eltern trösten, stabilisieren oder gar entschädigen ohne die Abwehr der Kriegsgeneration anzutasten. Eine solche Vorgehensweise entspricht in der Psychotherapie und Psychoanalyse der stützenden und zudeckenden Methode. Die zum großen Teil noch von Kriegskindergeneration entwickelten Traumatherapien gehen diesen Weg. Die bei der Kriegsenkelgeneration notwendige Trauma-Analyse ist noch wenig bekannt.

Traumatherapie für die Kriegskindergeneration – Trauma-Analyse für die Kriegsenkelgeneration. Klinische Aspekte der generationstypischen Wahrheit(en)
An Beispielen aus Praxis und Literatur

Wolfgang Erhardt, niedergelassener Psychologischer Psychotherapeut, 53115 Bonn, Beethovenstr. 60. Leiter des Instituts für Essentielle Psychotherapie, Eichkuhle 22, 53773 Hennef, Fon 02242 917 5738; info@essentielle-psychotherapie.de;  www.essentielle-psychotherapie.de

Essentielle Psychotherapie
Essentielle Psychotherapie hat einen  methodenübergreifenden tiefenpsychologisch fundierten Therapieansatz. Sie arbeitet prozessorientiert mit Elementen aus Psychosynthese, Focusing, VT und Meditation. Sie wurde von Psychotherapeuten und  Meditationslehrern, die aus überwiegend  buddhistischen Traditionen kommen, entwickelt.

Im Workshop können Sie durch Selbsterfahrungsübungen einen ersten „Geschmack“ der essentiellen Psychotherapie erleben.

Prof. Dr. Jörg Fengler, Psychologischer Psychotherapeut, Gruppendynamik-Trainer (DAGG), Supervisor (BDP, DGSv, DGVT, DVT, KLVT), Lehrsupervisor (BDP, DGSv, GwG, ÄAGG), Coach (DBVC), Balintgruppen-Leiter (DBG), Fengler-Institut für Angewandte Psychologie. Zur Schneidemühle 6, 53347 Alfter; Fon 0228 645 333, Fax 0228 644 0 653; joerg.fengler@uni-koeln.de; www.fengler-institut.de

Muss es immer Psychotherapie sein? Kosten und Ertrag von selbst bezahlten Psycho-Maßnahmen

Univ.-Prof. Dr. Gottfried Fischer, Akademie für Integrative Psychotherapiewissenschaft Köln www.aiptw.de, Forschungsleiter Deutsches Institut für Psychotraumatologie DIPT Köln, www.psychotraumatologie.de. Bernhard Feilchenfeld Str. 11, 50969 Köln

Traumatherapie heute: Zwischen Symptomunterdrückung und kausaler Psychotherapie

Es wird die These vertreten, dass die einseitige Konzentration auf ein (möglichst rasches) Beseitigen von PTSD-Symptomen die (Selbst-)Funktionalisierung der Patienten verstärken und unmenschliche Verhältnisse in der Gesellschaft verfestigen kann. Demgegenüber verbindet sich „kausale Psychotherapie“ mit einem Nachdenken über die Ursachen der individuellen Traumatisierung und gesellschaftlich einem Engagement für Reformen, die geeignet sind, die Ursachen von Täteridentifikation und Opferbeschuldigung zu beseitigen. Die Unmenschlichkeit in Traumatherapie und Psychotherapie im Allgemeinen wird heute vor allem „indirekt“ propagiert: Über ein „erkenntnispathologisches“ Evidenzkonzept, das sich von der klinischen Wirklichkeit immer weiter entfernt. Um solche ideologischen Konstrukte erkennen und überwinden zu können, müssen Theorie und Behandlung „dynamisch unbewusster“ Tendenzen erweitert werden um die Untersuchung „kognitiv unbewusster“ (Thure v. Uexküll) Strukturen, die als unbegriffene „Voraus-_Setzung“_  psychotherapeutische Forschung, Theorie und Praxis zunehmend beherrschen.

 Uschi Gersch, Diplom-Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin, Köln:

Die Zukunft der Psychotherapie
Neue Einheitsausbildung?, Höhere Anforderungen für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen?, Pay for Performance?, Ausgleich der regionalen Unterversorgung?
Viele Stichworte beschäftigen uns. Die aktuellen Diskussionsstände und deren Entwicklung werden dargestellt.

Peter Giesers, Köln; peter.giesers@koeln.de.

Der heimliche Dritte im Bunde – Die Macht des Geldes in der Psychotherapie

Mein Beitrag versucht, die Psychodynamik des Geldes in der psychotherapeutischen Behandlung zu beschreiben und anhand von Beispielen zu demonstrieren, wie sehr das Geld – meist unbemerkt – die Behandlungswirklichkeit beeinflusst. Es ist m.E. auffallend, wie es das therapeutische Establishment schafft, das Geld von der Wahrnehmung fernzuhalten, den Finanzierungskontext quasi undeutbar zu machen, selbst in Psychotherapien, die ausdrücklich die latenten Sinnstrukturen zum Thema machen.

Barbara GrothDiplom-Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin         

Der Einsatz von Pferden im Rahmen einer Psychotherapie

– Wann kann es sinnvoll und förderlich sein Pferde innerhalb einer psychodynamischen Psychotherapie einzusetzen? –

Als psychologische Psychotherapeutin habe ich im Laufe meinerTätigkeit immer wieder erlebt, dass Patientinnen die in der Therapie erarbeiteten Erkenntnisse und Zusammenhänge nicht integrieren oder umsetzen konnten. Mögliche Ursachen dafür können in den Grenzen eines ausschließlich verbal-orientierten Verfahrens wie der tiefenpsychologisch-fundierten Psychotherapie, in der Abwehr- oder Ich-Struktur der Patienten oder in der Beziehung zwischen der Patientin und mir liegen.
In den vergangenen Jahren habe ich immer wieder Patientinnen aus meiner psychotherapeutischen Praxis ans Pferd genommen. Die Erweiterung des Rahmens um das Pferd bereichert die therapeutische Beziehung und führt fast immer zu großen Fortschritten in der psychotherapeutischen Arbeit. Da eine Veränderung des therapeutischen Settings aber auch Risiken birgt, bin ich sehr genau mit der Indikationsstellung. Ich will dabei weder Konflikte vermeiden noch überdecken oder das sichere therapeutische Arbeitsbündnis in Gefahr bringen.
Im Rahmen meiner Ausführungen will ich darstellen, wie sich das therapeutische Setting durch die Einführung des Pferdes verändert und Überlegungen dazu anstellen, wann die Einbeziehung von Pferden in die Psychotherapie sinnvoll und indiziert ist.
Anhand kurzer Fallbeispiele soll die Indikation das Pferd mit einzubeziehen verdeutlicht und die Entwicklung des Patienten durch den Einsatz des Pferdes innerhalb der jeweiligen Psychotherapie beschrieben werden.
Wenn Pferde unter sorgfältiger Beachtung der Risiken und Indikationen in einer psychotherapeutischen Behandlung eingesetzt werden bedeutet es für diese meist einen großen Gewinn sowohl im Hinblick auf neue Erkenntnisse und Erfahrungen als auch für die Entwicklung der Patienten. In welcher Form Patienten von der Pferdearbeit profitieren ist abhängig von deren individueller Symptomatik, der jeweiligen Psychodynamik, sowie den individuellen Möglichkeiten und Fähigkeiten der Patienten sich auf diese Form der Arbeit und Selbsterkenntnis einzulassen. Die Arbeit mit dem Pferd bietet vielfältige Möglichkeiten und Chancen wie: Ich-Stärkung durch Ressourcen-Aktivierung, klaren Kontakt, eindeutige Signale und Grenzsetzung, Realitätsprüfung.

Micha Hilgers, Dipl.-Psychologe, Psychoanalytiker DGPT, Grupppenanalytiker DAGG, Gruppenanalytischer Teamsupervisorg und Organisationsberater DAGG, Roonstr. 13a, 52070 Aachen, 0241 513 995, Sekr.: Drosselweg 2A, 52159 Roetgen-Mulartshütte, 02408 7198066, Fax 02408 7198 065; michahilgers@michahilgers.de; www.michahilgers.de

Arme und Reiche in der Psychotherapie

Psychotherapie im Turbokapitalismus: Reiche, Arme und die Befindlichkeit der Behandler

Gudrun Hoika-Messing-Flöter, Ärztin mit ZB Psychotherapie,  Diplom-Psychologin, Verhaltenstherapie, Hypnotherapie,  Behandlung von Kindern/Jugendlichen/Erwachsenen im Einzel- und Gruppensetting, Salierring 44,  50677 Köln, TEL. 0221 240 60 61/62, FAX: 0221 932 36 89, Mailadresse: gfloeter@t-online.de; geboren 14.03.1960 in Gelsenkirchen
Ich arbeitete von 1993 bis 1999 im Kostenerstattungsverfahren als ambulante Verhaltenstherapeutin mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen im Einzel- und Gruppensetting, war als Assistenzärztin in über mehrere Jahre in der Psychiatrischen Gemeinschaftspraxis Drs. Schuchardt & Holzschneider in der ambulanten Patientenversorgung tätig. Seit 2000 arbeite ich „nur“ noch psychotherapeutisch in eigener Praxis mit Kassenzulassung für Kinder Jugendliche und Erwachsene, erwarb 2000 die Zusatzbezeichnung „Psychotherapie“ als Ärztin durch die ÄK-Nordrhein und 2008 die Zusatzbezeichnung „Homöopathie“ des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzten (DZVhÄ). Ich bin verheiratet und habe zwei Söhne (24 J., 18 J.).

Selektive Authentizität der schmale gemeinsame Pfad durch den Sumpf der Missverständnisse, Rollendiffusionen und Fehlinterpretationen

Was verstehen wir unter  Authentizität des Therapeuten  in der Psychotherapie ? Wie weit darf sie gehen ? Welchem Ziel soll sie dienen ? Was ist zu beachten ? Welche Signale des Patienten zeigen mir, dass ich den Kurs verfehle ? Welche Gefahr läuft der Therapeut, von einem Patienten gezielt missverstanden und entwertet zu werden ? Gibt es dagegen einen Schutz ?
Ausgehend von der These  Anna Freuds  „Der Therapeut (Analytiker) kann alles tun – er muss nur wissen, was er tut“ werde ich einen kurzen Abriss über die Entwicklung der Therapeutenrolle hinsichtlich der Äußerung emotionaler Inhalte seit Beginn des 20.Jh. skizzieren.
Darüber hinaus werde ich darstellen, warum gerade der Beruf des Psychotherapeuten mit so vielen interaktiven Fußangeln versehen ist, die ein hohes Maß an Achtsamkeit und Klarheit der eigenen Identität erfordern, jedoch auch gerade den Reiz unseres wundervollen Berufs ausmachen, in dem wir uns immer wieder selbst in Frage stellen und durch „ authentische Interaktion“ mit unserem Umfeld und in Form kollegialer Intervision und Supervision stetig weiter wachsen können.
Ich werde auf die strukturellen Probleme bzw. Aufgaben eingehen: die Sitzung als „wohldosierte professionelle Zuwendung mit ritualisiertem Spannungsbogen, damit die Sitzung auch pünktlich beendet werden kann“. Wie kann ich gleichzeitig den Patienten und die Uhr im Fokus behalten, ohne zu schielen ?
Den zentralen Teil des Workshops soll die inhaltliche Drahtseilakrobatik der therapeutischen Beziehung einnehmen: nach SCHMIDBAUER gilt das Motto, „dass der Therapeut echt sein soll und diese Echtheit so zu gestalten hat, dass sie den therapeutischen Prozess fördert; somit ist er angehalten, keine unangreifbare und unantastbare Fassade darzustellen, sondern einen fühlenden Menschen. Aber gleichzeitig hat er diese Gefühle so zu dosieren, dass der Patient nicht gestört, überfordert, verwirrt oder ausgenutzt wird“.
d.h.:  die von FREUD ursprünglich geforderte und von ihm selbst nicht eingehaltene Abstinenz ist kein festes Regelsystem, sondern eine Haltung, die garantiert, dass es um die Bedürfnisse des Patienten geht, die in einer professionell definierten Interaktion berücksichtigt werden müssen. Die Gefühlsäußerungen des Therapeuten unterliegen einer Auslese, die der positiven Entwicklung des Patienten dienen soll.
Die Rolle des Therapeuten  ist, den Patienten zu bewegen und zu versuchen, die Person des Patienten mit allen eigenen Emotionen wahrzunehmen und daraus Ansätze für Fragen/Vorschläge/Zusammenhänge zu gewinnen sowie  Rückzug in gemeinsame professionelle Reflexion zu bieten,  d.h. die Diskussion über die Wirkung des Therapeuten auf den Patienten möglich zu machen und die Interaktion davon ausgehend zu optimieren.
Das Ziel ist somit die Balance aus ZUVIEL (der Therapeut wird als zu nah erlebt, was ihn als emotional bedürftig erscheinen lässtà wer braucht hier wen ???) und ZUWENIG (der Therapeut bleibt indifferent-distanziert, der Patient fühlt sich nicht ernst genommen und „verwaltet“).
Im Anschluss an den theoretischen Teil möchte ich die Teilnehmer zu einer Gruppensitzung einladen, wobei die Inhalte durch die Struktur der TZI nach KOHN und der Gruppentherapie nach FIEDLER getragen werden sollen, gewürzt durch Aspekte der Methode der Prismatischen Fokussierung nach Prof. A. DREES (Krefeld).
Schmidbauer sinniert zu diesem Thema: „Verkaufen wir Gefühle, wenn wir lernen, sie abzuwägen und die Kundschaft manchmal freundlich zu fragen: ´Darf´s auch ein bisserl mehr sein?`“

Dr.med. Jürgen Junglas, Diplom-Psychologe, Arzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie, Birlinghovener Str. 39c, 53757 St. Augustin, Fax 02241 3970571, eMail: j.junglas@t-online.de; www.dr-jjunglas.de; www.psychoforum.de.

Irre! Behandeln wir die Falschen?

Lütz hat mit breiter Medienrezeption die Behauptungen aufgestellt, die Normalen seien unser Problem und die niedergelassenen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten würden eher wenig gestörte Menschen behandeln, während für die schwerer gestörten Patienten kaum Psychotherapieplätze zur Verfügung stehen würden. Ausgehend von diesen auch bei Patienten interessiert aufgenommenen Behauptungen will ich in das Tagungsthema einführen und Aspekte der Grundlagen und der Praxis der Psychotherapie darstellen.

Dr. phil. Karin Junglas, Diplom-Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin, LVR-Klinik Bonn, Abt. f. Gerontopsychiatrie und -psychotherapie, Kaiser-Karl-Ring 20, 53111 Bonn; k.junglas@t-online.de; www.karinjunglas.de
Ältere Menschen in der Psychotherapie

Die psychotherapeutische Versorgung älterer Menschen ist nur unzureichend entwickelt. Besonderheiten und Anforderungen werden dargestellt.

Sabine Kühlich, Diplom-Psychologin, Jazz-Musikstudium mit Master, Langenbergstr. 54, 50765 Köln, Fon 0221 700 9923, mobil 0163 913 9985; www.sabinekuehlich.com/calender.php; sabinekuehlich@googlemail.com

Gesangs-Workshop
Arbeit an Gesang und Emotionen, Stimmimprovisationen, Circle Songs, inspiriert von Bobby McFerrin, Swing-Gesang, Gospel mit stimmphysiologischen Erläuterungen. Arbeit mit „timing“ und groove.

PD Dr. Michael Kusch, Diplom-Psychologe, Geschäftsführer IGV, Institut für Gesundheitsförderung & Versorgungsforschung gGmbH, An-Institut der Ruhr-Universität Bochum, Universitätsstr. 142, 44799 Bochum. Fon 0234 321 1957, Fax 0234 321 4952; michael.kusch@igv-bochum.de; www.igv-bochum.de

LARES und andere Psychosoziale Behandlungspfade
Mithilfe des standardisierten Programms LARES sollen Psychiater und Psychotherapeuten bei der Behandlung von psychisch kranken Erwachsenen mit Kindern erkennen, ob die Kinder selbst Hilfe benötigen. Die Implementation solcher, in der Theorie hilfreichen Programme, erweist sich in der Praxis als nicht so einfach.
Psychosoziale Behandlungspfade versuchen, berufsgruppen- und bereichsübergreifende sinnvolle und ökonomisch effektive Behandlungswege festzulegen.

Anne M. Lang, Diplom-Psychologin,

Kranken-Behandlung oder hypno-systemische Veränderungsarbeit?

Vortrag:

Der Vortrag zeigt auf, wie sich unterschiedliche Prämissen über Veränderung dann konkret in der Praxis der Psychotherapie auswirken: Prämissen, die unhinterfragt bleiben, aber in den Kontexten der Anwendung entstehen, die in den Modellen der TherapeutInnen transportiert werden und die die PatientInnen mitbringen.
Es geht in der Psychotherapie um mehr als um die richtige Methode, es geht um die zugrunde liegende Philosophie wie Wirklichkeit erzeugt wird. Diese Wirklichkeitserzeugung kann  problematisch und lebensbewältigender sein. Es geht auch um iatrogene Effekte und Nebenwirkungen von Psychotherapie.
Veränderung, die in einem Prozess und im Feedback einer Psychotherapie entsteht, fordert TherapeutInnen und KlientIinnen viel und unterschiedliches ab. Sie ist aber keine Frage des richtigen Toolinputs. Ich möchte diese Thesen im Vortrag aus hypno-systemisch Metaperspektive betrachten, die eben insbesondere dieser Metabetrachtung einbringt.

Workshop:

Hier werden die Thesen im Vortrag in ihren praktischen Auswirkungen für eine Therapie demonstriert: Welche grundlegenden Fragen bzw. Antworten sind in einem effektiven Therapieprozess wichtig? Wie sind Auftrag, Kontext und Prozess zu klären? Warum ist das zentral wichtig, aber auch schwierig? Welche Bedeutung hat und bekommt die Zielklärung? Wie sind gewachsene subtil zugrundliegende Haltungen und suggestiv wirkende Glaubensannahmen bei TherapeutInnen und PatientInnen zu erreichen, damit sie auf Nützlichkeit hin überprüfbar werden?
Dazu praktische Reflexion, Demonstration , Supervision.

Prof. Dr. Reinhard Maß, Leitender Psychologe, Zentrum für Seelische Gesundheit, Klinik Marienheide, Leppestr. 65-67, 51709 Marienheide, Fon 02254-24140, -24143, Fax -24181, reinhard.mass@kkh-gummersbach.de; www.zsg-marienheide.de; Institut für Sexualforschung und Sexualtherapie Oberberg.

Renate Bauer

Sexualtherapie

Alexandra Miethner, Diplom-Psychologin, SiSu Coaching & Training, Aloys-Schulte-Str. 3, 53129 Bonn; Fon 0228 390 804, Fax 390 8405; am@sisu-coaching-training.de; info@pgv-nrw.de; www.pgv-nrw.de;

Psychologische GesundheitsVersorgung (PGV) – Vernetzung als Chance

Gerhild von Müller, Diplom-Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin, Köln:

Heilung vs. Geld -fishbowl-
In diesem fishbowl soll mit den ReferentInnen des Tages das Thema von verschiedenen Seiten in einem inneren Kreis diskutiert werden. Die Teilnehmer können jeweils in den inneren Kreis wechseln und sich beteiligen. Angestrebt wird eine offene Diskussion, die die verschiedenen Facetten des Thema beleuchten und gewichten soll.

Frauke Nees, Diplom-Psychologin. Personzentrierte Gesprächspsychotherapie (GwG) nach Rogers, Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie (PITT) nach Reddemann, Tänzerin. Nach 10 Jahren im klinischen Bereich ging sie für 2 Jahre nach Argentinien, um sich in Tanz und Theater fortzubilden. Heute arbeitet sie freiberuflich als Trainerin und Coach für Einzelpersonen und Unternehmen wie z.B. Studiosus Reisen München GmbH sowie an der Universität Karlsruhe (KIT). www.frauke-nees.de   ,   E-Mail: nees-daiber@web.de

Petra Daiber, Diplom-Psychologin, Ergotherapeutin, Clown. Sie arbeitet freiberuflich als Trainerin, Moderatorin und Coach für Einzelpersonen und Unternehmen wie z.B. Eurohypo AG, Siemens VDO Automotive AG, STARTER Berliner Schauspielschule für Film und Fernsehen, Studiosus Reisen München GmbH und Thomas Cook AG sowie an der Universität Karlsruhe (KIT). www.petra-daiber.de ,  E-Mail: nees-daiber@web.de

Training von Kreativität, Improvisationsfähigkeit und Veränderung mit Methoden aus dem Clown- und Improvisationstheater

Der Workshop dient der Psychohygiene und Burnout-Prävention. Der ressourcenorientierte Ansatz ermöglicht durch die Entwicklung von Kreativität und Spielfreude mehr Gelassenheit und inneren Abstand in belastenden und schwierigen Situationen mit Patienten. Ein kreativer Umgang mit dem inneren Kritiker wird erfahren und eingeübt. Dieses Vorgehen dient der eigenen Stärkung und ist gleichzeitig hilfreich für den Umgang mit Patienten. Mit einfachen, in sich abgeschlossenen Übungen, mit denen Schauspieler und Clowns trainieren, werden Kreativität, innovatives Denken und das Vergnügen, sich auf neues Terrain zu begeben, mit Spaß an der Sache trainiert. Dies sind die Voraussetzung für die Erschließung neuer Wege auf beruflicher wie auf persönlicher Ebene. Die Stärkung des kreativen Potentials und der Improvisationsfähigkeit sowie das Verlassen eingefahrener Denk- und Handlungsmuster sind Ziele des Trainings. Die Perspektive des Clowns ermöglicht dabei, Fehler als Chance zu betrachten und die dabei frei werdende Energie in neue Denkmuster zu transformieren, um unbekannte Situationen flexibel und entschlossen zu meistern. Humor ermöglicht Gelassenheit und Souveränität. Selbstvertrauen, Motivation und Zusammenarbeit werden gefördert. Für eine freie Entfaltung und Nutzung dieser Fähigkeiten und inneren Ressourcen ist es wichtig, den ausgetretenen Weg des gewohnten Denkens und Handelns zu verlassen, also überholte Denkstrukturen zu durchbrechen und herrschende Routinen in Frage zu stellen, eine positive Einstellung zu Fehlern zu bekommen und Fehler als eine wertvolle Quelle von Information zu sehen den Instinkt zu überwinden, alles beim Alten lassen zu wollen und zu trainieren, sich verändern zu lassen.

Klaus Niel, Diplom-Psychologe, Marsdorfer Str. 29, 50858 Köln, Fon 0221 50077277, Fax 5007278;

Was gibst Du mir, wenn ich Dir helfe?
Derart unverblümt kommt im Märchen der Helfer zum geschäftlichen Teil seines Hilfsangebotes. Können, dürfen, sollen Helfer für ihr Tun so offen eine Gegenleistung einfordern? Nach einem Blick auf unsere Therapeutensituation und darauf, dass es durchaus erlaubt sein darf, Märchen für diese Betrachtung heranzuziehen, unternehmen wir einen Streifzug durch die verschiedenen Formen der Hilfeleistungen und Gegenleistungen. Dabei sind Helfer und Hilfesuchende sowie die Hilfe als Nutzen und Eigennutz, oft gar nicht so eindeutig zu unterscheiden, wie es auf den ersten Blick erscheint. Wo steckt die wahre Hilfe?

In Anknüpfung an den Vortrag soll ein Märchentext eingehend exemplarisch analysiert und für die Praxis nutzbar gemacht werden.

Martin Petelkau, Diplom-Psychologe, Justizvollzugsanstalt Lingen, martin.petelkau@justiz.niedersachsen.de
Naikan und Jin Shin Jyutsu in der Psychotherapie

Jin Shin Jyutsu bietet auf einfache Weise die Möglichkeit, den körpereigenen Energiefluss mehr in ein natürliches Gleichgewicht zu bringen. Auch Fühlen und Denken lassen sich damit gezielt harmonisieren. Jin Shin Jyutsu ist die Weiterentwicklung von Handgriffen, die intuitiv schon jeder Mensch nutzt. Die behutsamen Griffe sind bei sich wie auch bei anderen anwendbar und risikolos an Klienten vermittelbar.

Naikan, zu deutsch „Innenschau“, möchte eine Versöhnung mit der eigenen Biografie und eine aktivere Verantwortungsübernahme in der Lebensführung ermöglichen. Ein Kurs dauert sieben Tage und orientiert sich an wenigen aber klaren Regeln; Naikan ist aber auch in alltagstauglicher Kurzform nutzbar, etwa in der Paartherapie. Es unterscheidet sich deutlich von Psychotherapien, scheint aber ähnliche Wirkfaktoren zu aktivieren.

Der Einstieg in diese Methoden wird theoretisch und mit Übungen vermittelt. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich aber hilfreich (zumindest Begriffe „googlen“), Handouts werden gestellt.

Xenia Scherz, Diplom-Biologin, Bad Honnef; scherz@wundernatur.de; www.wundernatur.de;

Wanderung auf den Drachenfels
Der Drachenfels gilt als der meist bestiegende Berg Deutschlands. Was suchen die Menschen dort droben? – und was finden sie?. U.a. eine große biologische Artenvielfalt, eine romantische Drachenburg und das Gefühl der Erhabenheit über die Kleinheiten des Lebens. Sie können das Wandererlebnis am eigenen Leib erfahren und werden dabei in einer NaturErlebnisTour alles erläutert bekommen, was sie erfahren. Die Wanderung dauert ca. 1,5 – 2 Stunden
Literatur: Ulrich Bartmann (2009), Laufen und Joggen für die Psyche. Dgvt-Verlag, Tübingen

Reiner Schwarz

Vortrag: Heilen oder Trösten?

Kassenfinanzierte Psychotherapie bedeutet, Kranke nach Möglichkeit zu heilen. Wir alle kennen erfolgreiche Psychotherapien, bei denen sich die Beschwerden nach mehr oder weniger langer Zeit deutlich bessern oder verschwinden, man könnte also meinen: wir können heilen. Aber diese Patienten mit guten Erfolgsaussichten sind meist solche, wie auch sonst erfolgreich im Leben dastehen und von denen wir wissen, dass sie auch ohne Therapie ihre Schwierigkeiten oft gut überwinden können. Andererseits kennen alle die schwerer chronisch Kranken mit verschiedenen Formen von Persönlichkeitsstörungen, die trotz langer und wiederholter Psychotherapien sich nie zu ändern scheinen. Trotzdem ist auch für diese Menschen unser Therapieangebot attraktiv und die allermeisten Kollegen sind voll beschäftigt. Voraussetzung hierfür ist aber, dass unser spezifisches Angebot, sei es Heilung oder etwas anderes, für unsere Patienten keine Kosten beinhaltet. Ich wäre mir sicher, dass ohne die Kassenfinanzierung die bestehende psychotherapeutische Versorgung in Deutschland niemals in dieser Form weiter existieren könnte. Ich möchte behaupten, dass das, was wir täglich tun, letztlich nicht Heilung ist, sondern einer spezifischen Funktionen entspricht, die uns in den letzten Jahrzehnten in der Gesellschaft zugewiesen worden ist. Wir stehen Menschen bei, sind mit ihnen solidarisch und ergreifen Partei für sie, wir bemühen uns, emphatische Gesprächspartner zu sein und füllen somit eine Lücke, für die viele vereinsamte Großstadtmenschen sonst keine Lösung wissen. Das ist für viele kostbar und unersetzlich.

Während aber eine auf „Heilung“ abzielende Behandlung in allen Schulen immer Veränderungsbereitschaft, Eigenverantwortlichkeit und Erwachsenwerden fordert, wollen viele so bleiben, wie sie immer waren und klagen andere an, die sich ändern müssten. Gerade in dieser Haltung wünschen sie sich Unterstützung in ihrer Psychotherapie. Der gekränkte Narzissmus sucht Trost. Damit haben wir eine wertvolle „Ware“ anzubieten!

Workshop: Wahrheiten für Narzissten

Der Workshop soll einem Erfahrungsaustausch dienen. Aufgrund eigenen Fallmaterials des Referenten sollen Behandlungen unter den im Vortrag dargestellten Aspekten diskutiert werden. Herausgearbeitet werden soll ein „typischer“ Patient einer psychotherapeutischen Praxis: im mittleren Alter, chronisch depressiv da schwer und nachhaltig narzisstisch gekränkt durch Dauerarbeitslosigkeit. Die Rückzugssymptomatik schützt einerseits vor erneuter Kränkung und Scham, zementiert aber andererseits die Arbeitslosigkeit wie auch die insgesamt von perspektivloser Leere bestimmte Lebenssituation dauerhaft. Welche „Ware“, welche „Wahrheiten“ können wir einer solchen Person bieten?

Dr. med. Bertram von der Stein, Köln; dr.von.der.stein@netcologne.de

Heuchelei in der Psychotherapie. Gutmenschentum, falsches Selbst, Moralismus, Therapiekitsch und Wirklichkeitsverleugnung in Therapien
Grenzen der Symbolisierung; die Metabene als Behandlungswiderstand.
Fallbeispiele gescheiterter Psychotherapien aus Klinik und Praxis.

Dr. med. Rolf Tüschen, Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, LVR-Klinik Bonn, Abt.f. Gerontopsychiatrie und –psychotherapie, Kaiser-Karl-Ring 20, 53111 Bonn:

Ambulante Psychotherapie – keine Ware für Ältere?

Die Übertragung des jüngeren Therapeuten und seine Abwehr

Irene Vigener, Köln, freischaffende Künstlerin, Meisterschülerin bei Michael Schoenholz; irenevigener@googlemail.com

Kunstworkshop, Bildhauerkurs
Bearbeitung eines Kalksteins. Maximale Teilnehmerzahl 7. Auf Wunsch kann der Kurs am Nachmittag fortgesetzt werden.

Jürgen Vogt, Diplom-Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut, Historiker, Köln

Zur Sozialanalyse. Die Deutsche Gesellschaft für Sozialanalytische Forschung

Die DG (Deutsche Gesellschaft für Sozialanalytische Forschung e.V.) entstand 1963 im Zusammenhang mit der Lehrtätigkeit von Frau Prof. Edeltrud Meistermann-Seeger an der wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln. Die Arbeit dieser Gesellschaft wurde und wird wesentlich von dem Interesse getragen, wie mit Hilfe  der Psychoanalyse über die individualtherapeutischen Möglichkeiten hinaus gesellschaftliche Prozesse verstehbar gemacht werden können.
Die sozialanalytische Methode befasst sich mit der Aufdeckung sozialer und ökonomischer Tatbestände und gesellschaftlicher Abläufe. Sie verbindet soziologische mit psychologischen und psychoanalytischen Erkenntnismethoden.
Die Sozialanalyse beruht auf Gruppenarbeit, Gruppenbeobachtung und Gruppenkontrolle. Dabei ist der primäre Zweck die Aufdeckung unbewusster Hintergründe sozialer Tatbestände.
Bei der Berührung des einzelnen mit seinem Gesellschaftsraum und der Bewegung in diesem Raum entstehen Krisen, die aus der individuellen Lebensgeschichte stammen, und erst in Gruppen Konflikte hervorrufen. Sie werden in dem gesamten Gesellschaftsraum des einzelnen relevant, da der einzelne sich in seinen Gesellschaftsraum verflochten und verschmolzen spürt.
Die Sozialanalyse ist ein Instrument zur Wahrnehmung  unbewusster gruppischer Prozesse, die sich in den sozialen Tatbeständen abspielen.
In dem Vortrag soll auf die Arbeit der DG eingegangen werden und die Methoden der Bearbeitung relevanter Themen an Beispielen verdeutlicht werden

Dr. Dr. Bernhard Wegener, Berlin

„Nutzt  den Patienten  der Schulenstreit“ –fishbowl –

Es ist gedacht,  in diesem abschließenden  gemeinsamen Gespräch  das während der Tagung  Wahrgenommene, Empfundene, Gelernte noch einmal zu überdenken, gemeinsame Standpunkte und Differenzen zu reflektieren.

Nur als  Anregungen: Was ist noch von den früheren ideologischen Streitereien der Schulen geblieben? Ist die Psychoanalyse das Gold und alles andere Blech? Sind Verhaltenstherapeuten Technokraten? Was ist „tief“, was „flach“ in der Psychotherapie?Was ist effektiv? Sind nur die kassenzugelassenen Verfahren  wissenschaftlich und bewährt? Welche Rolle spielt der Eklektizismus? Was ist das therapeutische Agens? Wille der Patientin : Wille der Therapeutin?  Welche Rolle spielt die Erfahrung? Therapiegefälle  oder  Dialoge?